Am liebsten würde ich Ihnen 

eine kleben, Claus Kleber!


75 Jahre und ein Tag nach der Auschwitz-Befreiung verurteilt ZDF-Moderator Claus Kleber den drei Stunden zuvor im Weissen Haus vorgestellten Friedensplan für Nahost. Das 80-seitige Konzept sei allein schon deshalb quasi wertlos, weil es ohne Beteiligung der Palästinenser entwickelt worden ist. Es hörte sich an, als sei die politische Führung von Donald Trump ausgegrenzt worden. 

Die wahren Gründe verschwieg der 64-jährige Fernsehmann allerdings seinem Millionen-Publikum. Dass Fatah-Führer Mahmud Abbas die Initiative des amtierenden US-Präsidenten vom ersten Moment an boykottierte und alle Einladungen zur Mitarbeit teilweise mit persönlichen Beleidigungen zurückwies, liess der immer wieder für mangelnde Objektivität kritisierte Journalist einfach weg. 

Ausserdem könne der Plan ja auch nichts taugen, weil der amerikanische Verbündete nur die Interessen der Israelis berücksichtigt. Nicht zu vergessen die aktuellen Verfahren gegen US-Präsident Donald Trump und Israels Premier Benjamin Nethanjahu.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Thematik über den Holocaust erwarte ich von einem deutschen Nachrichtenmann angemessenes Feingefühl und vor allem die verpflichtende Objektivität journalistischer Berichterstattung.

Und dazu gehört besonders auch die kritische Frage nach den bislang fehlenden Friedensbeiträge der Europäischen Union, deren verantwortlichen Politiker sich seit vielen Jahren mit destruktiven Verurteilungen Israels statt konstruktiven Beiträgen für eine friedliche Koexistenz in der Region disqualifizieren. Und sich regelmäßig neue Sanktionen gegen Russland ausdenken, das die Befreiung Europas vom Naziterror mit 27 Opfern beklagen musste.Nicht zu vergessen: Es war die Rote Armee, die Auschwitz befreit hatte. Am 27. Januar 1945.

Konzept- und tatenlos schauen die deutsche Politik und ihr Medienwesen zu, wie sich landesweit wieder ein gesellschaftspolitischer Antisemitismus ausbreitet. Die personelle Ernennung eines Antisemitismus-Beauftragten im Mai 2018 war bislang nicht mehr als ein leeres Lippenbekenntnis und als Gegenmittel so geeignet wie ein Eimer Wasser zur Löschung eines Waldbrandes.

Bislang habe ich hierzu noch nichts von Claus Kleber gehört. Die gefährliche Ohnmacht im eigenen Land ist für das Primetime-Journal wohl ein Tabu.

Keine Skrupel indes hatte der häufige Israelkritiker für sein Interview mit dem iranischen Präsidenten und Holocaustleugner Mahmud Ahmadinedschad  (2012), der zu seinem Amtszeiten immer wieder die Zerstörung der Jüdischen Nation versprochen hatte.
Ich meine: Wenn man zwei Jahre beim islamischen Fundamentalisten in Teheran – die Frankfurter Rundschau bezeichnete ihn als „König des Bösen” – um ein Gesprächstermin buhlt, hat man wahrhaftig nicht das Recht, die – durchaus umstrittenen – Staatsoberhäupter der USA und Israel im selben Sender zu verurteilen.

In seriösen Redaktionen würde es dafür die rote Karte geben. Aber dieser Claus Kleber hat wohl journalistische Immunität in der deutschen TV-Branche.

Mit distanzierten Grüßen

Michel Rodzynek

28. Januar 2020

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© Michel Rodzynek 2020