Antisemitismusbeauftragter in Hamburg:

Warum nicht Ahmad Mansour?


Hamburg, 14. April 2021. Mit der Berufung des  Pädagogen Stefan Hensel zum Antisemitismusbeauftragten hat sich der Senat für den Wunschkandidaten der Jüdischen Gemeinde entschieden. Die gestrige Ernennung erfolgte nach langer Suche. Bereits im Dezember 2019 war diese neue Position für Hamburg beschlossen worden.

Obgleich Engagement und Bekenntnis des 40-jährigen Vorsitzenden der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) in Hamburg ausser Frage stehen, hätte die Stadt mit dem bekannten Psychologen und Autor Ahmad Mansour eine Persönlichkeit mit besten Referenzen für diese aktuell so wichtige Aufgabe gewinnen können. Der Sohn arabischer Israelis lebt seit 2004 in Berlin und hat sich mit erfolgreichen Initiativen gegen Radikalisierung und Antisemitismus besonders auch in der islamischen Gemeinschaft einen landesweit anerkannten Namen gemacht.

Während der Hamburger Geschäftsführer eines Trägers in der Kinder- und Jugendhilfe ehrenamtlich Position gegen Antisemitismus und Antizionismus beziehen möchte, soll Ahmad Mansour eine angemessene Bezahlung für diese ansopruchsvolle Funktion erwartet haben.

Wenn diese Verhandlungen am Geld gescheitert sein sollten, stellt sich die kritische Frage, weshalb man sich für diese aktuell so wichtige Arbeit keinen Profi leisten kann oder will. Und sofern Stefan Hensel aufgrund seiner lobenswerten Bereitschaft zur honorarfreien Arbeit bevorzugt wurde, reduzieren die Verantwortlichen den Stellenwert dieser neu geschaffenen Planstelle. Die anspruchsvolle Aufgabenstellung erfordert viel Kreativität, noch mehr Beharrlichkeit und absolutes Durchsetzungsvermögen. Auch gegen den verkrusteten Zeitgeist im Jüdischen Gemeindevorstand. Und genau das sind die Stärken von Ahmad Mansour.

© Michel Rodzynek 2021