Yom HaZikaron –
jährlicher Tag der Erinnerung

27. April 2020. Wie dicht Trauer und Freude beieinander liegen, zeigen die kommenden 48 Stunden. Heute Abend hat der Yom Hazikaron begonnen und wir Israelis erinnern an fast 24.000 Angehörige der Israel Defense Forces und über 3.000 Zivilisten, die seit Gründung ihr Leben in Kriegen und durch Terrorismus verloren haben. 24 Stunden später feiern wir den 72. Geburtstag des jüdischen Staates, der mittlerweile auf fast 9,2 Millionen Menschen gewachsen ist.
Der Anteil der jüdischen Bevölkerung liegt bei drei Viertel und entspricht fast genau 50 Prozent aller jüdischen Weltbürger.

Jedes Jahr beklagt Israel neue Opfer einer schier unendlichen Gewalt, weil es seit seinem ersten „Atemzug” als selbstständige Nation um sein Existenzrecht kämpfen muss. Ein höchst blutiger Konflikt, bei dem große Teile der Weltgemeinschaft die Täter mit Opfern und umgekehrt verwechseln. Es mag zynisch sein, aber zwischen der politischen und gesellschaftlichen Objektivität in Bezug auf Israel besteht offenbar ein genetischer Zusammenhang mit der internationalen Gleichgültigkeit beim industriellen Massenmord der europäischen Juden.

Fast 80 Jahre ist es her, aber wie gegenwärtig diese Vergangenheit ist, zeigt zum Beispiel die Kölner Lutherkirche mit Ihrem verirrten Pfarrer Hans Mörtter. Der bekennende Hamas-Sympathisant missbraucht sein protestantisches Gotteshaus für vergiftende Proteste gegen Israel. Damit werden insbesondere auch die Kinder, Frauen und Männer von einem deutschen (!) Kirchenmann entehrt, deren schmerzvoller Verlust wir heute betrauern.

(https://www.mrodzynek.info/gesundheitswesen/korrespondenz-mit-pfarrer.html)

Der neudeutsche Antisemitismus erfährt nicht nur derartige Förderung in christlichen Gemeinden, sondern ermöglicht sich maßgeblich auch durch die politische Ohnmacht und Verniedlichung der Verantwortlichen in Bund und Ländern. Für mich besitzen die wiederholten Beteuerungen des israelischen Existenzrechtes als Bestandteil der deutschen Staats-raison die Glaubwürdigkeit wie die verbalen Liebeserklärungen einer tüchtigen Hure.

Die heutige Erinnerung an die vielen Opfer in Israel und die aufrichtige Solidarität mit den Angehörigen kann leider nicht ohne ehrliche Selbstkritik erfolgen. Sie richtet sich an jüdische Institutionen wie der Zentralrat derJuden in Deutschland und seine angeschlossenen Gemeinden. 

Als angebliche Vertreter jüdischer Interessen haben die meisten Funktionäre primär die persönliche Sicherung ihrer bequemen Ämter im Fokus. Die jährlich vom Bund bezogenen Millionen betrachte ich mehr als Schweige- denn als Fördergelder. 

Wenn Israels Opfer und Hinterbliebenen eins verdient haben, dann ist es unsere Bekenntnis und Solidarität mit ihnen und allen Bürgern im Staat, die einen großen Beitrag für die Existenz und Entwicklung unserer jüdischen Heimat leisten.

Es wird höchste Zeit, dass alle Amtsinhaber in jüdischen Organisationen diese Verpflichtung erfüllen. 

Alles andere ist Verrat am eigenen Volk.





© Michel Rodzynek 2020