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Schluß mit der Holocaust-Reue

12. November 2015. Wenige Stunden nach den Terrormorden in Paris hatte die schwedische Außenministerin Margot Wallström erklärt: „Um diese Radikalisierung zu verstehen, müssen wir zurückblicken auf die Situation im Nahen Osten, in welcher der Palästinenser sieht, dass er kein Hoffnungen hat. Sie müssen entweder die Hoffnungslosigkeit akzeptieren oder zu einer derartigen Gewalt greifen. Das ist verständlich.“ Das nachfolgende Interview mit ihr ist frei erfunden. Der Autor hat es sich ausgedacht , weil er es bislang für nicht möglich gehalten hatte, dass eine verantwortliche Europa-Politikerin mit so wenigen Worten so viel Dummheit von sich geben kann.

Frau Wallström, Sie bringen mit wenigen Sätzen etwas auf den Punkt, worüber viele Politiker dieser Welt uneinig sind: Ursachen und Folgen der Kriege in Syrien.

Wallström: „Wenngleich wir im Norden Europas unter erheblichem Lichtmangel in den Herbst- und Wintermonaten leiden, fehlt es uns dennoch nicht an politischem Durchblick. Wir in Schweden sind bekannt für unsere Klarheit und Offenheit.”

Sie sehen einen direkten Zusammenhang zwischen den jüngsten Anschlägen in Paris und dem Konflikt zwischen Israelis und Palästinenser. In Jerusalem wird Ihr Statement als unverschämt und antisemitisch bewertet.

Wallström: „Jetzt muss endlich Schluss sein mit der amortisierten Holocaust-Reue, wir dürfen uns nicht länger als moralische Geiseln dieser geschickten Nötigung verstehen. Hier gehts um politischen Realismus und traditionelle Werte. Wenn die Gründe für Probleme vordergründig nicht offensichtlich sind, kann es nie falsch sein, hintergründig die Verantwortung bei den Juden zu suchen. Wir müssen sie ja nicht gleich vergasen, aber zumindest entlarven. Das liberale Schweden mit seinem vorbildlichen Gerechtigkeitssinn spricht hier nur Dinge aus, an die viele Menschen auch in anderen Ländern glauben.”

Ihr sozialdemokratischer Kollege Albrecht Schröter, Bürgermeister in der ostdeutschen Metropole Jena, hat Israel öffentlich für die aktuelle Flüchtlingskrise verantwortlich gemacht.

Wallström: „Respekt. Ich bin dankbar, dass es noch so intelligente und mutige Politiker gibt. Der Mann könnte bei uns in Schweden Karriere machen. Politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Wo ist er noch zugleich Bürgermeister?”

In Jena, das liegt in Ostdeutschland. Kennen Sie Thüringen?

Wallström: „Ja, ich kenne die Bratwürste, die so heißen. Fast so köstlich wie unser Smörrebröd. Beides sind kulinarische Traditionen aus ihren Regionen.”

Der Hass auf Juden wohl auch. Antisemitismus war doch bislang mehr ein deutsches als schwedisches Phänomen ?

Wallström: „Wieso Phänomen, das hört sich ja ein wie ein abstraktes Gespenst. Die undurchsichtigen Manipulationen des Weltjudentums sind konkrete Realität, die unsere pseudoliberale Gesellschaft sich offiziell zu erklären nicht traut. Leider bestehen hier noch erhebliche Schuldgefühle wegen Auschwitz und den anderen jüdischen Flüchtlingsheimen. Die Deutschen waren damals ideologisch sehr innovativ, haben aber leider ihre Vorstellungen etwas ungeschickt umgesetzt. Das würde heute sicher nicht wieder in dieser Form so ablaufen.”

Zwischenfrage: Schweden hatte doch während des Krieges viele jüdische Flüchtlinge aufgenommen, die zu einem großen Teil von dänischen Fischern gerettet worden sind.

Wallström: „Das waren doch Flüchtlinge in großer Not, die gar nicht die Möglichkeit hatten, ihre jüdischen Eigenschaften in Taten umzusetzen. Die europäischen Juden sind auch heute zumindest politisch relativ harmlos, weil ihre Instanzen hauptsächlich nur den Antisemitismus bejammern. Der ist nun mal ebenso historischer Tatbestand wie Weihnachten und Ostern. Meine warnende Kritik richtet sich primär an die unverschämten Juden, die den imperialistischen Militärstaat Israel reagieren. Die sind eine echte Gefahr für den Weltfrieden.”

Weil sich Juden nicht mehr wehrlos abschlachten lassen und gelernt haben, sich erfolgreich zu verteidigen?

Wallström: „Das ist doch pathetischer Nonsens. Ich würde es anders ausdrücken: Als dieses Volk noch um sein Lebensrecht bettelte, war das Risiko für die Weltgemeinschaft erheblich geringer. Das Judentum ist besser in einem Ghetto als in einem Land aufgehoben und diese selbstbewussten Israelis gehören in die Synagoge und nicht ins Cockpit einer F16. Das ist wie mit kleinen Kindern. Gibt man ihnen Streichhölzer, können sie das Haus anzünden. Bei jüdischen Kindern wäre das Risiko wohl noch erheblich größer.“

Frau Wallström, ich danke Ihnen für das aufklärende  Gespräch.


© Michel Rodzynek 2020